Wie Ihr am Titel merkt, ist die Versprechung “Live” leider nicht mehr ganz zu erfüllen. Trotzdem möchte ich diese Artikelserie weiter fortführen, um den Enstehungsprozess meiner SEACON-Präsentation etwas näher zu beleuchten. Aus Livemitschnitt wird also eine zeitversetzte Übertragung.

Den ersten Teil dieser Artikelserie findet Ihr übrigens hier: Wie erstelle ich eine Präsentation? – Ein Livemitschnitt

Schritt 3 – Gezielte Recherche

Spätestens nachdem ich im Rahmen von Schritt 1 (Kernaussage) und Schritt 2 (Themensammlung) das grobe Gerüst festgelegt habe, gehe ich auf eine gezielte Suche nach Quellen und Inspirationen. Diese finde ich meist in Büchern und in Blogeinträgen.
Für die Verwaltung der Informationen, die ich im Netz finde, verwende ich Delicious. Alle Einträge, die ggf. relevant sind, versehe ich mit einem eindeutigen Tag (hier: dubistdesigner), um sie später wiederzufinden. Für die Netzrecherche verwende ich drei Ausgangspunkte:

  1. Google
    Ich “google” einfach Begriffe, die ich bereits in meiner Themensammlung verwendet habe, und schaue, ob ich etwas relevantes finde.
  2. Meine bestehenden Bookmarks
    Als aktiver RSS-Konsument habe ich eine ganze Reihe von Einträgen bereits mit einem Lesezeichen versehen. Diese gilt es nun nochmals zu scannen und die für die Präsentation relevanten Einträge heraus zu filtern.
  3. Blogrolls und Links
    Ich folge Blogrolls und Links auf Seiten, die relevante Einträge für mich bereit halten. Die Annahme hierbei ist, dass sich Autoren, die mir interessante Informationen bereit stellen, in einem Netzwerk von Gleichgesinnten bewegen.

Es entsteht während der Recherche eine große Liste aus Büchern und Links. Noch wichtiger als der bloße Inhalt ist allerdings, dass man während dieser “Reise” Eindrücke, Ideen und Inspirationen für den eigenen Vortrag sammelt.

Dieser Schritt 3 zieht sich unter Umständen über mehrere Wochen hin – je nachdem wie gut man die Thematik schon kennt – und kann schon nach Schritt 1 (Kernaussage) beginnen. Der Teil Recherche nimmt bei der Vortragsvorbereitung den mit Abstand größten Teil der Zeit in Anspruch.

Ergebnisse der Recherche

Aber nun zu den Ergebnissen meiner Recherche. Die folgende Liste ist bereits die “gekürzte” Fassung und enthält nur Einträge, die ich als besonders Lesens- bzw. Sehenswert erachte.

Bücher

  • Presentation Zen (Garr Reynolds – New Riders – 2010)
    Das erste Buch von Garr Reynolds, in dem er in sehr lesenswerter Weise darstellt warum es sich lohnt Präsentationen mal anders zu halten.
  • Presentation Zen Design (Garr Reynolds – New Riders – 2010)
    Während Garr Reynolds in seinem ersten Buch das Warum beschrieben hat, zeigt er in seinem zweiten Buch das “Wie”.
  • Slidology (Nancy Duarte – O’Reilly – 2008)
    Nancy Duarte geht mit ihrem Buch in dies selbe Richtung wie Presentation Zen Design. Die Inhalte doppeln sich nicht kaum in ihrem Inhalt, sondern ergänzen sich sehr gut in der Tiefe der Betrachtung der einzelnen Themen.
  • Universal Principles of Design (William Lidwell, et al – Rockport – 2010)
    Dieses Buch zweigt 125 Designprinzipien inklusive Beispiele. Hierei werden nicht nur Druck- und Bildschirmwerke betrachtet, sondern unter anderem auch Flugzeuge, Häuser und Brücken.
  • The Back of the Napkin (Dan Roam – Portfolio Hardcover – 2008)
    Mit Bildern Probleme lösen und Ideen verkaufen. Das ist der Untertitel dieses Buches von Dan Roam. Sie lernen hier zwar keine Zeichentechniken, aber sie lernen welche Methoden beim Zeichnen angewendet werden können und warum es nicht so wichtig ist wie gut man zeichnen kann.
  • The Non-Designer’s Design Book (Robin Williams – Peachpitt Press – 2008)
    Aus meiner Sicht das absolute Standardwerk für jeden Nicht-Designer – zumindest für mein Präsentationsthema. Robin Williams behandelt Designprinzipien, Schriften und Farben. Also alles was man als guter (Nicht-)Designer braucht.

Artikel und Blogs im Web

Mit den gesammelten Ergebnissen heißt es nun das erstellte Grobgerüst zu überarbeiten und die ersten Folien zu erstellen.

…to be continued


Du bist Designer!

Posted: 28th Juni 2010 by René in Design, Präsentationen
Tags: , , ,

Der erste Tag der SEACON 2010 ist vorüber und somit liegen jede Menge spannende Diskussionen und Vorträge hinter uns. Die gute Nachricht dabei ist, dass noch ein Tag vor uns liegt. Und zumindest was das Programm betrifft, verspricht dieser kommende Tag nicht minder spannend zu werden.

Das Thema: Du bist Designer! – Wie gutes Design die Aussagekraft von Informationen erhöht. Auch wenn ich in den folgenden Zeilen noch nicht so sehr auf die Inhalte eingehen möchte, möchte ich Euch die passenden Folien zu diesem Vortrag nicht vorenthalten.

Neben dem Vergnügen vielen guten Vorträgen zu lauschen – insbesondere die Peche Kuchas und der Vortrag von Bernd Schiffer und Henning Wolf waren einfach großartig – hatte ich das besondere Vergnügen gleich im ersten Slot einen Vortrag halten zu dürfen.

Für alle, die Probleme mit Flash haben – sowas soll es ja geben – hier der Vortrag als PDF: Du bist Designer!

Zugabe

Als kleine Zugabe und auf Wunsch einiger Zuschauer möchte ich Euch mit den Quellen für meine Bilder versorgen.

Die meisten Bilder in dieser Präsentation stammen von www.istockphoto.com. Dies ist meine absolute Lieblingsseite was den Bezug von qualitativ hochwertigen Bildern betrifft. Doch die Seite ist bezahlpflichtig, dabei die Bilder in Qualität und Vielfalt kaum zu übertreffen. Freie Bilddatenbanken sind im Internet ebenfalls zu finden. Gute Anlaufstellen sind:

Als zweite Zugabe werde ich in den kommenden Tagen versuchen ein wenig mehr über die obige Präsentation in Worte zu fassen.

Zuletzt bleibt mir mich noch bei den sehr interessierten Zuschauern zu bedanken, die mir in diesem Vortrag viel Spaß bereitet haben.


Dies ist der zweite Artikel aus der Serie zum Thema Workshop Games. Bisher veröffentlicht wurde:

  • Stühle rücken
    Ein “Willkommensspiel”, um gleich von Beginn an eine gewisse Spannung zu erzeugen

In Zukunft wird noch über folgende Spiele zu lesen sein:

  • Principles in the pocket
    Ein kurzes Spiel zur Verdeutlichung der Prinzipien, die hinter dem Agilen Manifest stecken
  • Coin Sorting
    Spiel zur Verdeutlichung der Rolle des Kunden in Angebotsprozessen
  • Speed Boat Game
    Ein Spiel aus der Reihe der “Innovation Games“; dient zur Identifikation und Priorisierung von Problemen

Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen für ein paar Kollegen einen Workshop zum Thema Scrum zu halten. Ein Großteil der Workshop-Teilnehmer arbeitet gemeinsam in einem (Scrum-) Projekt. Ergänzt wurde die Runde durch “Gäste”, die einfach Interesse an dem Thema hatten und gerade in der Region unterwegs waren.

Da es sich hier um einen internen Workshop handelte, hatte auch ich als Moderator ein wenig “Narrenfreiheit” und konnte das eine oder andere ausprobieren. Der theoretische Stoff, den es zu vermitteln gab, wurde von mir durch einige Workshop-Spiele ergänzt.

“Ich arbeite nur mit Super-Helden”
Ausgangssituation

Vorstellungsrunden – eine der wenigen Sachen auf der Welt, die spannend und öde zugleich sein können. Zumindest empfinde ich das so. Denn auf der einen Seite habe ich hier die Möglichkeit etwas über die Menschen zu erfahren, mit denen ich die nächsten Stunden verbringen soll, und auf der anderen Seite sind die Formate dieser Runden oftmals so langweilig, dass man bei der dritten Person schon wieder vergessen hat, was die erste eigentlich erzählt hat.
Als Moderator habe ich zusätzlich noch einen anderen Blick auf Vorstellungsrunden. Denn dies ist oftmals (es sei denn man fängt gleich an Stühle zu rücken) der Beginn eines Workshops oder Meetings und demnach gewinnen die Teilnehmer hierdurch einen ersten Eindruck, der ihre Stimmung für die Anfangsphase bestimmt.
Gute Formate für Vorstellungsrunden bieten jedem Teilnehmer genügend Information über die jeweils Anderen, helfen bei der Erinnerung der Informationen und bieten ein entsprechendes Entertainment, damit die Teilnehmer ein gutes Gefühl bekommen.

In dem Workshop, der hier als Fallstudie dient, hatte ich zudem noch die Situation, dass sich alle Teilnehmer im Vorfeld bereits kannten und eine Vorstellungsrunde im klassischen Sinne eigentlich obsolet gewesen wäre. Dennoch: Ich wollte nicht darauf verzichten und wählte ein etwas “anderes” Format. Woher ich dieses Format habe, weiß ich leider nicht mehr so genau. Sagen wir einfach es resultierte aus der Erkenntnis

Ich arbeite nur mit Super-Helden

Ablauf

Folgenden Ablauf habe ich angewendet:

  1. Als erstes erläutert man mit einer guten (und ein wenig theatralischen) Geschichte, dass man sich in der Vergangenheit viele Gedanken über Zusammenarbeit mit Kollegen gemacht hat und zu der Auffassung gelangt sei, dass man nur mit Super-Helden zusammen arbeiten möchte. Und da man diese Auffassung ja nicht erst seit gestern vertritt, hat man auch in diesem Workshop nur Super-Helden zugelassen. Da dies nun geklärt sei – so erläutert man weiter – und man sich “unter seinesgleichen” befindet, könne man sich  gegenseitig mit der richtigen Identität vorstellen.
  2. Nun fordert man die Teilnehmer auf kurz in sich zu gehen und ihre wahre Persönlichkeit, die sie über viele Jahre im Verborgenen gehalten haben, zu ergründen und ihren richtigen “Namen” auf ein Namensschild zu schreiben. Darüber hinaus bittet man die Teilnehmer zusätzlich zu ihrem Namen auch die Erwartungen auf Karten oder Post-Its zu schreiben
  3. Danach bittet man die Teilnehmer der Reihe nach ihre wahre Persönlichkeit vorzustellen und zu erläutern warum sie sind wer sie sind. Oder anders: Wie haben die Superkräfte Einfluss auf ihr Verhalten als Nicht-Super-Held genommen?
    Zusätzlich fordert man die Teilnehmer auf ihre Erwartungen vorzustellen und an eine Pinnwand/ Flipchart/ … zu kleben.
  4. Wichtig: Nicht vergessen die eigene Super-Helden-Persönlichkeit vorzustellen. Gerne auch gleich zu Beginn der Runde, damit die Teilnehmer ein Gefühl für das Format bekommen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass dieses Spiel nicht ausschließlich in einer Runde gespielt werden kann, in der sich die Teilnehmer bereits kennen. Kennen sich die Teilnehmer bereits, so fällt es ihnen oft leichter sich für ein solches Spiel zu öffnen und auch über ihre nicht ganz so positiven Eigenschaften zu sprechen.

Redest Du mit mir?

Als kleine Erweiterung zu dieser Vorstellungsrunde kann man mit den Teilnehmern vereinbaren, dass man sich für die Dauer des Workshops nur noch mit seinen Super-Helden Namen anspricht. Dies sorgt insbesondere in den Pausen, wenn auch Nicht-Teilnehmer zugegen sein können, für die eine oder andere Erheiterung.
Aber nicht nur des Spaßes wegen ist dies eine gute Zusatzvariante. Denn hierdurch wird für die Teilnehmer etwas Gemeinsames geschaffen (umgangssprachlich “Insider”), das sie verbindet und von Nicht-Teilnehmern abgrenzt.

(Lern-)Ziele

Dieses Kennenlernspiel

  • dient zur allgemeinen Auflockerung der Runde, da es sich deutlich von dem “Normalfall” unterscheidet.
  • kann dazu verwendet werden den Teilnehmern klar zu machen, dass dieser Workshop anders wird, als sie es vielleicht erwartet haben.
  • bringt die Teilnehmer dazu über die Eigenschaften (positive und negative) zu sprechen, die sie auszeichnen.
  • bringt die Teilnehmer dazu ihre Erwartungen vorzustellen.
  • schafft eine Identifikation. Sozusagen eine eigene Liga der außergewöhnlichen Super-Helden.
  • macht es möglich, dass man sich mit Batman, Superman, Wolverine und Spiderman in einem Raum unterhalten kann.
Erfahrungen

Ich war von diesem Spiel sehr begeistert. Nachdem sich die ersten ungläubigen Blicke gelegt haben, haben sich die meisten der Teilnehmer sofort auf dieses Spiel eingelassen. Es gab allerdings auch Teilnehmer, die eher zurückhaltend reagiert, der Gruppe aber letztendlich ihr wahres Ich vorgestellt haben.
Leider habe auch ich als Moderator es nicht durchgehalten alle Teilnehmer die gesamte Zeit mit ihren Super-Helden Namen anzureden. Hier gibt es eindeutig noch Verbesserungspotenzial.
Zusammengefasst: Mal eine andere Art der Vorstellungsrunde, die Spaß macht und die Teilnehmer aus ihrem gewohnten Denken befreien kann.


Am 28. und 29. Juni findet hier in Hamburg die SEACON 2010 statt. Die Trivadis ist nicht nur als Aussteller vor Ort, sondern ich habe auch noch das Vergnügen einen Vortrag halten zu dürfen. Mein Vortrag hat auf den ersten Blick gar nichts mit Softwareentwicklung im weitesten Sinne zu tun. Und es freut mich daher besonders, dass der Fachbeirat dieses Thema ins Programm genommen hat. Wie erwähnt ist der Vortrag etwas “aus der Art geschlagen”, dennoch geht es um ein Thema, das uns (fast) alle betrifft.
Der Titel: “Du bist Designer! – Wie gutes Design die Aussagekraft von Informationen erhöht”

Damit Ihr Euch einen Eindruck machen könnt, hier das passende Abstract:

Tag für Tag ist er gefordert: Der Designer in uns. Wir müssen Textdokumente schreiben, Tabellenkalkulationen erstellen und Power Point Präsentationen ausarbeiten. Für all dies gibt es Vorlagen im Unternehmen, aber spätestens wenn es ans Whiteboard geht, sind wir auf uns allein gestellt. Und wenn wir ehrlich sind, dann helfen uns auch die Unternehmensvorlagen nicht immer weiter. Gutes Design ist dabei weit mehr als bloße Dekoration. Es unterstützt die Aussagekraft der Informationen. Ziehen Sie einen Schlussstrich unter undurchsichtige Textdokumente, wirre Zahlenansammlungen in Tabellenkalkulationen und hässliche Power Point Präsentationen. In diesem Vortrag lernen Sie, wie Sie durch die Beachtung einfacher Designprinzipien Ihre Informationen ansprechender und klarer darstellen. Lernen Sie, dass Sie kein Design studiert haben müssen, um kreativ zu arbeiten. Lassen Sie den Designer raus und erleben Sie eine interaktive Geschichte über hilfreiches und sinnvolles Design in Ihrem (Unternehmens-)Alltag.

Nun möchte ich mit diesem Artikel nicht ausschließlich Werbung für meinen Vortrag machen, sondern eigentlich über den Erstellungsprozess meiner Präsentation berichten. Wer in der jüngeren Vergangenheit eine Präsentation von mir gehört hat, der wird feststellen, dass ich meine Inspiration eher hier, hier und hier beziehe als beispielsweise hier.

Die Frage, die ich dann oft bekomme, ist: “Wie kommst Du eigentlich immer auf diesen ganzen Kram?”.

Und genau diese Frage möchte ich mit dieser Artikelreihe beantworten. Es geht um den Erstellungsprozess meiner SEACON – Präsentation. Der nachfolgend beschriebene Prozess ist typisch für meine Vortragsvorbereitung. Sicherlich variiert er von Vortrag zu Vortrag, aber im Großen und Ganzen läuft es immer so ab, wie in diesem und den folgenden Artikeln beschrieben. An dieser Stelle sei allerdings auch angemerkt, dass der hier beschriebene Prozess keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Über Eure Erfahrungen und Ideen freue ich mich wie immer in den Kommentaren.

Schritt 1 – Kernaussage und Thema

Diesen ersten Schritt habe ich bereits erledigt als ich den Vortrag eingereicht habe. Wäre dies nicht der Fall gewesen, so wäre die Entwicklung eines Themas und einer damit verbundenen Kernaussage in jedem Fall die erste Aufgabe, die es zu erledigen gilt. Dies ist zwingend notwendig, um einen klaren Rahmen für die zukünftigen Aufgaben zu schaffen.
Mein persönlicher Tipp: Führt Euch die Kernaussage Eures Vortrags während der gesamten Vorbereitungsphase immer wieder vor Augen und prüft, ob das, was ihr euch gerade ausgedacht habt, diese Kernaussage unterstützt. Ist dies der Fall, dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Ist dies nicht der Fall, dann schmeißt das eben entwickelte aus dem Vortrag heraus. Kleiner Wermutstropfen: Dieses Vorgehen ist zu Beginn recht einfach, wird aber umso schwieriger, je weiter ihr in der Vorbereitung voranschreitet.

Schritt 2 – Themensammlung

Als aller ersten Schritt starte ich zunächst mit einer Themensammlung. In diesem konkreten Anwendungsfall kenne ich mich recht gut mit dem Thema aus und weiß in groben Zügen über was ich sprechen möchte. Daher fällt mir eine erste Sammlung der Themen recht leicht.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich wesentlich produktiver bin, wenn ich Tätigkeiten, wie die solche, nicht am Rechner erledige, sondern mittels Post-Its (nein, ich bekomme keine Provision von 3M) und “echten” Stiften.

Zu erst beginne ich damit die groben Themenblöcke, die ich bearbeiten möchte, aufzulisten. Wichtig dabei ist, dass man zunächst einfach alles aufschreibst, dass einem in den Sinn kommt. Also eine Art Brainstorming mit sich selbst. In einem zweiten Schritt bringe ich die eben geschriebenen Post-Its in eine vorläufige Reihenfolge und schmeiße diejenigen Themenblöcke raus, die schon jetzt keinen Sinn ergeben. Nach dieser ersten Aktion sah es bei mir so aus:

Danach geht es darum ein paar Details hinzuzufügen. Auch hier ist es eine Art Brainstorming mit mir selbst. Ich schreibe zu jedem Themenblock ein paar Stichworte auf, die das Thema detaillieren. An Themenblöcke bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie einen Mehrwert für die Präsentation ergeben, klebe ich ebenfalls ein Post-It mit einem entsprechenden Vermerk. Auch hier das Ergebnis in einem Bild:

Was ich nun habe ist ein erster Entwurf meiner Storyline. Der Entwurf gibt mir einen groben Rahmen vor, in dem ich bewegen werde. Dieser Rahmen ist wichtig, damit ich fokussiert auf das angestrebte Ziel hinarbeiten kann und gibt mir eine entsprechende Richtung für den nun folgenden Schritt 3 – gezielte Recherche.

…to be continued


Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen für ein paar Kollegen einen Workshop zum Thema Scrum zu halten. Ein Großteil der Workshop-Teilnehmer arbeitet gemeinsam in einem (Scrum-) Projekt. Ergänzt wurde die Runde durch “Gäste”, die einfach Interesse an dem Thema hatten und gerade in der Region unterwegs waren.

Da es sich hier um einen internen Workshop handelte hatte auch ich als Moderator ein wenig “Narrenfreiheit” und konnte das eine oder andere ausprobieren. Der theoretische Stoff, den es zu vermitteln gab, wurde von mir durch einige Workshop-Spiel ergänzt. In dieser Artikelserie berichte ich über die Spiele und die Erfahrungen, die ich mit den einzelnen Spielen gesammelt habe. In der kommenden Zeit werde ich über die folgenden Spiele berichten:

  • Stühle rücken
    Ein “Willkommensspiel”, um gleich von Beginn an eine gewisse Spannung zu erzeugen
  • “Ich arbeite nur mit Super-Helden”
    Eine etwas andere Vorstellungsrunde
  • Principles in the pocket
    Ein kurzes Spiel zur Verdeutlichung der Prinzipien, die hinter dem Agilen Manifest stecken
  • Coin Sorting
    Spiel zur Verdeutlichung der Rolle des Kunden in Angebotsprozessen
  • Speed Boat Game
    Ein Spiel aus der Reihe der “Innovation Games“; dient zur Identifikation und Priorisierung von Problemen

Ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem und den weiteren Artikeln der Serie.

Über Eure Meinung und Ansichten (gerne auch von den Teilnehmern selbst) freue ich mich in den Kommentaren.

Stühle rücken
Ausgangssituation

In vielen Besprechungsräumen sind die Tische und Stühle in einer U-Form angeordnet und aus meiner Sicht nicht geeignet für interaktive Workshops. Ich favorisiere entweder Gruppentische, sofern die Teilnehmer Tische benötigen, oder einen Stuhlkreis ganz ohne Tische. Gerade mit der letzten Variante habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, da dies die Teilnehmer etwas näher zusammen bringt und die Barriere “Tisch” nicht vorhanden ist.

Leider ist es so, dass in vielen Konferenzräumen diese “besondere” Sitzordnung extra “bestellt” werden muss. Statt sich den üblichen Diskussionen über Sinn und Unsinn dieser Sitzordnung zu ergeben, kann man einfach die Teilnehmer in die Umgestaltung des Raumes einbeziehen. Gleichzeitig kann man anhand dieses Spiels den einen oder anderen Aspekt der Projektarbeit verdeutlichen.

Ablauf
  1. Zunächst begrüßt man die Teilnehmer und erklärt kurz das die Sitzordnung für den folgenden Workshop ungeeignet ist.
  2. Darauf hin bittet man die Teilnehmer die Sitzordnung umzugestalten. Wichtig dabei ist, dass man ihnen nicht erläutert wie man sich die Sitzordnung vorstellt.
  3. Nach der Erläuterung des Auftrags verabschiedet man sich und erklärt, dass man in 5 Minuten wieder im Raum ist und dann mit der neuen Sitzordnung starten möchte.
  4. In der Regel – gerade zu Beginn eines Workshops – legen die Teilnehmer voller Eifer los und fangen an den Raum umzugestalten. Und zwar ohne sich nach der genauen Sitzordnung zu erkundigen.
  5. Nachdem man wieder in den Raum kommt ist zunächst einmal (gespielte) Erschütterung angesagt.
  6. Danach erläutert man, dass die Sitzordnung leider nicht so ist, wie man sich das vorstellt und zeigt kleines Schaubild (siehe unten).
  7. Sinnvoll ist es nun darüber zu diskutieren wie wichtig es ist den Anforderungsgeber (also in der Regel den Kunden) in den Gesamtprozess einzubeziehen und Anforderungen genau zu hinterfragen.
  8. Anschließend stellt man gemeinsam mit den Teilnehmer die Tische und Stühle so um, wie man es für den Workshop benötigt.

Eine mögliche Sitzordnung

Uri-Geller-Variante

Ein Kollege hat mich noch auf eine Variante dieses Spiels gebracht.
Hierzu erzählt man vor dem eigentlichen Spiel eine kurze Geschichte, in der man erläutert, dass man kürzlich Uri Geller getroffen hat und dieser einem einen mentalen Trick beigebracht hat, den man nun zur Anwendung bringen möchte.
Anschließend erläutert man den Teilnehmern, dass man durch diesen mentalen Trick erkennen kann warum sie die folgende Aufgabe nicht erfolgreich abschließen werden.
Etwas “showmässig” nimmt man nun einen Zettel und schreibt “IT-Leute denken sie wüssten was der Kunde will!”. Anschließend faltet man den Zettel, legt ihn gut sichtbar zur Seite und erläutert, dass man hier notiert hat hat warum die Teilnehmer die gestellte Aufgabe nicht erfolgreich abschließen werden. Anschließend macht man so weiter, wie im Abschnitt “Ablauf” beschrieben.
Der Zettel sollte im Rahmen von Punkt 6 des Ablaufs entfaltet werden.
Aber Achtung! Diese kleine Geschichte erhöht die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und sie werden nach dem Trick in diesem Spiel suchen… und vielleicht auch drauf kommen.

Lernziele

Dieses Spiel dient der Verdeutlichung wie wichtig es ist

  • den Kunden in den Prozess der Anforderungsanalyse einzubeziehen.
  • nicht jede Anforderung zu akzeptieren ohne sie konstruktiv zu hinterfragen.
  • den Kunden nach seiner Meinung und seinen Beweggründen zu fragen.

Des Weiteren ist dieses “Willkommensspiel” eine gute Methode, um die Teilnehmer von Anfang an in Bewegung zu versetzen. Leider starten die meisten Workshops/ Schulungen mit einem größerer Redeblock. Und genau diesem (Anti-)Pattern wird mit diesem (und anderen “Willkommensspielen”) entgegen gewirkt.

Erfahrungen

In dem weiter oben angesprochenen Workshop habe ich dieses “Willkommensspiel” in der Uri-Geller-Variante gespielt.
Interessanter Weise haben die meisten Teilnehmer sofort angefangen die Stühle und Tische bei Seite zu stellen ohne weitere Fragen zu stellen. Mindestens ein Teilnehmer allerdings hat den “Braten gerochen” und sofort nach meiner Anforderung an die neue Sitzordnung gefragt. Kompliment! Gut aufgepasst bzw. mich gut durchschaut.
Doch auch wenn das Spiel nicht zu 100% funktionierte, würde ich es in jedem Fall wieder einplanen, denn für viele der Teilnehmer gab es einen Denkanstoß. Darüber hinaus hat es die Teilnehmer aus ihrer “Comfort Zone” befreit und somit klar gemacht, dass dieser Workshop ein wenig anders wird.
Zusammengefasst: Ein gutes Spiel für den Beginn eines Workshops.


Atlassian User Group Hamburg

Posted: 19th April 2010 by René in Allgemeines

Wie bereits in einem der letzten Artikel angekündigt, möchte ich an dieser Stelle meinem Versprechen nachkommen und anlässlich unseres Gastbeitrags bei Atlassian ein paar Worte zu Atlassian und der Atlassian User Group Hamburg verlieren.

Atlassian ist ein Unternehmen, genauer gesagt ein Softwarehersteller, welches mich fasziniert. Nicht nur die Produkte an sich begründen diese Faszination, sondern das Unternehmen als solches. Über die Philosophie von Atlassian habe ich mich in einem früheren Blogeintrag (damals unter anderer Flagge) bereits ausgelassen. Mit dieser Philosophie kommt das Unternehmen sehr nah an das heran, was ich gerne als „Open Company“ bezeichne. Kurz zusammen gefasst: Sie gewähren Ihren Kunden einen tiefen Einblick in die Unternehmensstrukturen und -abläufe.

Als Atlassian im letzten Jahr ein neues User Group Sponsoring Programm aufgelegt hat, waren wir (Christian Dähn und ich) uns schnell einig eine solche User Group auch in Hamburg zu gründen (Kurz: AUG HH). Derzeit sind wir mit dieser User Group noch die Einzigen in Deutschland. Somit ist die AUG Hamburg auch gleichzeitig die AUG Deutschland. Zieht man die Grenze noch ein wenig weiter, so bilden wir – gemeinsam mit der AUG London – die AUG EMEA.

Nach unserem zweiten Meeting im vergangenen März hat Atlassian uns gebeten einen Gastartikel über die Gründung einer User Group zu verfassen. Diesem Angebot sind wir natürlich gerne nachgekommen. Der Artikel erschien in der letzten Woche und nach einigen Publizierungsschwierigkeiten könnt Ihr ihn direkt von der Atlassia-Seite abrufen.

Der Artikel beschreibt fünf Schritte (plus einen geheimen sechsten Schritt), die für die Gründung einer User Group notwendig sind.
Frei übersetzt lauten diese:

  1. Baue ein Organisationsteam auf
  2. Lege ein Datum fest… und bleibe dabei
  3. Finde Leute mit entsprechenden Ressourcen
  4. Erstelle eine Plattform für die Teilnehmer
  5. Lass Deine Teilnehmer die Arbeit tun
  6. (Secret Step) Tu es einfach

Ich möchte an dieser Stelle nicht den Blogeintrag auf der Atlassian-Seite übersetzen, sondern die Gelegenheit nutzen, um nochmals kurz auf die – aus meiner Sicht – wichtigsten Schritte einzugehen.

Die wichtigsten Schritte

Aus meiner persönlichen Sicht sind die Schritte 2 und 6 die Entscheidenden.

Bei Schritt 2 geht es im Wesentlichen um Timeboxing.
Dieses Konzept sieht vor für eine anstehende Aufgabe oder ein Aufgabenpaket einen Zeitrahmen festzulegen, der unter keinem Umstand angepasst wird. Kommt es dazu, dass die anstehende Arbeit nicht im vorgesehenen Zeitrahmen erledigt werden kann, so wird die Menge der Arbeit angepasst und nicht der Termin nach hinten geschoben. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass als erstes Themen bzw. Aspekte einer Aufgabe bearbeitet werden, die dringend zum Ende des Zeitrahmens benötigt werden. Ein Konzept, welches nicht nur bei der Organisation einer User Group hilft, sondern eigentlich in jeder Lebenslage.

Schritt 6 könnte auch als Yoda-Schritt beschrieben werden:

Try not! Do or not. There is no try. – Meister Yoda

Diese Sichtweise wurde mir während unseres ersten Organisationsmeetings mal wieder klar.
Ich fragte mich während der ersten Planungs-Session eine geraume Zeit wie wir das User Group Meeting erfolgreich machen können. Erst als ich mir sicher war, dass unser Meeting auch erfolgreich wird, wollte ich die nächsten Planungsschritte in Angriff nehmen. Eine Sichtweise, die mich persönlich in der Arbeit blockiert hat.

Die Sichtweise sollte eigentlich eine andere sein: Sofern man sich sicher ist, dass die anstehende Aufgabe sinnvoll ist, sollte diese in Angriff genommen werden. Es geht bei dieser Sichtweise weniger um Erfolg oder Mißerfolg, sondern vielmehr um die Durchführung der Aufgabe.
Auf unser Anwendungsbeispiel (“Organisation einer User Group”) bezogen: Letztendlich war es uns egal, ob wir bei dem ersten Meeting mit 3 oder 30 Personen zusammen sitzen. Hauptsache wir haben Spaß und die Möglichkeit sinnvolle und konstruktive Diskussionen zu führen.

Get in touch…

Unser nächstes Meeting findet am Donnerstag, den 03. Juni 2010, in den Räumen der CoreMedia in Hamburg statt.

Wollt Ihr uns treffen und mit anderen Atlassian-Usern und Collaboration-Fans spannende Diskussionen bei Pizza und Bier führen, dann bleibt über einen der folgenden Kanäle auf dem Laufenden:


ARIS Express – Prozesse einfach modellieren

Posted: 3rd April 2010 by René in Tools
Tags: , , , ,

Logo von ARIS ExpressWer sich mit dem Thema Geschäftsprozessmanagement befasst, der kommt an ARIS nicht vorbei. Das Konzept, welches einst von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer entwickelt wurde, macht bei der Darstellung einfacher Prozessabläufe nicht halt, sondern ermöglicht es uns komplexe Prozesszusammenhänge und Unternehmensarchitekturen zu visualisieren.
Doch wer nicht das komplexe ARIS Toolset (später: Business Architect) zur Hand hat, der muss gezwungener Maßen auf Visio-Schablonen zurück greifen. Damit ist jetzt  Schluss!
Wie mir die netten Mitarbeiter von IDS Scheer während meines letzten CeBIT-Besuchs erzählten, gibt es nun eine kostenlose Version des Modellierungstools Business Architect. Der Name: ARIS Express.
Mit ARIS Express lassen sich einfache Modelle so schnell erstellen, wie mit keinem anderen Programm. Nach einem ersten Test bin ich mir absolut sicher, dass ich es schaffe Visio mehr und mehr aus meinem Alltag zu vertreiben.

ARIS – Grundlagen

Der Reihe nach:
Bevor ich etwas näher auf das Tool eingehe, möchte ich für alle die, die nicht so sehr mit ARIS vertraut sind, ein paar Grundlagen darstellen.
Die erste Veröffentlichung, die sich mit ARIS (kurz für: Architektur integrierter Informationssysteme) beschäftigte, war ein Essay mit dem Namen “ARIS-House of Business Engineering” von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

ARIS Haus

Das Herzstück dieser Methodik ist das ARIS Haus. Dieses Haus zeigt die verschiedenen Sichten, die beim Blick auf einen definierten Kontext eingenommen werden können. Jede dieser einzelnen Sichten beinhaltet verschiedene Modellierungsverfahren, die es ermöglichen die zu jeder Sicht passenden Informationen darzustellen. Vereint werden alle Sichten in der Steuerungssicht, die die Prozesse beinhaltet. Das wohl bekannteste Modell dieser Steuerungssicht ist die EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette). Die Informationen aus alle Sichten können untereinander verknüpft werden. Ein unschätzbarer Vorteil, denn erst dadurch wird eine konsistente und stringente Abbildung – und vor allem Auswertbarkeit – der Informationen möglich.

Dieses, doch recht komplex anmutende Konzept, findet seine Umsetzung in Tools, die von der Firma IDS Scheer bereit gestellt werden. Früher unter dem Namen ARIS Toolset bekannt, trägt das Tool heute den Namen Business Architect. Vor einigen Jahren wurde das Werkzeug in einer OEM-Version von Oracle gekauft und ist seitdem Bestandteil der Oracle BPA Suite. Doch egal welches dieser Tools zu Einsatz kommt: Alle sind komplex, Client-Server basiert und sehr mächtig. Also alles andere als eine schlanke Einzelplatzlösung.

ARIS Express

In meiner persönlichen Wahrnehmung habe ich die IDS Scheer und die damit verbundenen Modellierungskonzepte immer als etwas altbacken und konservativ wahr genommen. Dieser Wahrnehmung arbeitet IDS Scheer – spätestens seit dem sie von der Software AG aufgekauft wurden – entgegen. Jüngste Maßnahmen sind die Gründung einer eigenen ARIS Community unter dem Slogan “We love BPM” und die Bereitstellung einer abgespeckten Einzelplatzversion des Business Architect namens ARIS Express. ARIS Express besteht im Wesentlichen aus der Modellierungskomponente des Business Architect. Die Modelle, die mit ARIS Express erstellt werden, werden nicht in einer Datenbank, sondern in Form einer Datei abgelegt. Diese Datei kann für eine spätere Wiederverwendung in das “große” Tool importiert werden.


Eine weitere Einschränkung, die ARIS Express mit sich bringt, ist die Anzahl der Modelle.
Folgende Modelle sind in ARIS Express verfügbar:

  • Organigramm – Darstellung der Aufbauorganisation eines Unternehmens
  • Datenmodell - Veranschaulichung von Datenstrukturen auf einer konzeptionellen (fast fachlichen) Ebene
  • IT-Infrastruktur – Stellt die Zusammenhänge von Hardware und Netze dar
  • Systemlandschaft - Zeigt die Systeme und deren Zusammenhang
  • Whiteboard - Ein noch sehr junges Modell zur Strukturierung von Informationen
  • Prozesslandschaft - Im Business Architect unter dem Namen Wertschöpfungskettendiagramm bekannt. Stellt die konzeptionell oberste Ebene einer Geschäftsprozesslandschaft dar und bildet damit den Einstieg in einen Prozess
  • Geschäftsprozess – Die ereignisgesteuerte Prozesskette dient zur Visualisierung des eigentlichen Ablaufs. Besonders in fachlichen Kontexten ein sehr gutes Modell, da die Darstellung einfach zu lernen und zu lesen ist
  • BPMN-Diagramm – Auch dieses Modell dient zur Darstellung von Abläufen. Setzt dabei allerdings nicht auf den proprietären Standard EPK, sonder auf den freien Standard BPMN in der Version 2.0
  • Freies Diagramm – Das freie Diagramm beinhaltet keine Regeln. Hier kann mit einigen Symbolen frei modelliert werden

Das wohl überzeugendste Argument für ARIS Express ist allerdings die Benutzerfreundlichkeit. Anders als beispielsweise bei Visio sind die Symbole einfach zu platzieren, miteinander zu verbinden und auf der Zeichnungsfläche zu verschieben. Die Regeln, sie ARIS hinsichtlich der Modellierung mitgibt, sind direkt im Tool umgesetzt. Auf diese Weise bekommt der User klare Leitplanken vorgegeben. Nachteil hier: Man sollte sich im Vorfeld – zumindest grundsätzlich – mit den Regeln vertraut machen, um zügig Modelle erstellen zu können.

Fazit

ARIS Express ist mein persönliches Tool-Highlight dieses noch jungen Jahres!
Prozesse darzustellen ist mit diesem Werkzeug einfach wie nie. Wer nicht den proprietären Standard EPK benutzen möchte, der kann Prozesse auch mit BPMN 2.0 abbilden. Somit sind auch etwas technischere Darstellung von Prozessabläufen einfach zu realisieren. Neben der Darstellung von Prozessabläufen eignet sich das Tool einfach sehr gut zur Darstellung von einfachen Zusammenhängen aller Art. Und das äußerst komfortabel. Von der Idee bis zum fertigen Modell vergehen oft nur wenige Minuten (Ladezeit mit eingerechnet). Die Pflege und Wartung der Modelle funktioniert dabei mit dem gleichen Komfort.
Die Exportmöglichkeiten in Richtung PDF, EMF und RTF sorgen dabei für eine einfache Publizierung.

Kurzum:
Steht Ihr vor der Herausforderung Prozesse jeglicher Art visualisieren zu müssen?
Habt Ihr von Visio die Nase voll?
Und kein professionelles Modellierungstool zur Hand?

Ja!? Dann zögert nicht lang, surft auf http://www.ariscommunity.com und testet ARIS Express. Über Euer persönliches Testergebnis freue ich mich in den Kommentaren.


CeBit-Typen

Posted: 26th März 2010 by René in Präsentationen
Tags: , , ,

Trotz Minusrekorde in Sachen Besucher und Aussteller, ist die CeBIT aus meiner Sicht noch immer eine der wichtigsten Messen für die IT-Branche. Nachdem ich im letzten Jahr bewusst nicht hingefahren bin, habe ich mich in diesem Jahr für einen Besuch entschieden.

Um das Fazit dieses Besuchs vorzuziehen: Es hat sich gelohnt!

Es gab jede Menge interessanter Gespräche und viele Neuigkeiten zu bestaunen. Über eine Sache komme ich allerdings bis heute nicht hinweg. Das Standpersonal. Ohne an dieser Stelle Namen von Firmen oder gar Personen zu nennen, möchte ich in diesem Artikel einmal die Archetypen vorstellen, die ich auf der Messe erleben durfte.

Eine der wichtigsten Dinge, die ein Standmitarbeiter beherrschen muss, ist die Erstansprache. Nachfolgend habe ich die Typen aufgelistet (gruppiert nach dem Tenor der Erstansprache), denen ich begegnet bin.

“Haben sie eine Karte?”

Dieser Typ ist mir nur einmal über den Weg gelaufen, hat aber so viel Unverständnis hervor gerufen, dass ich ihn gleich an erster Stelle aufführe.
Um die Einstellung dieses Archetypus nachzuvollziehen, muss man sich zunächst in das Gedächtnis rufen warum ein Unternehmen sich auf der CeBit präsentiert. Meiner Meinung nach vor allem, um die Marke bekannter zu machen und möglichst der ganzen Menschheit (exemplarisch vertreten durch die Messe-Besucher) zu erzählen, was man im Leistungsportfolio hat.
Um dieses zu erreichen, sollte man grundsätzlich jeden Besucher des Standes (zumindest jeden, der nicht aussieht wie ein Kugelschreiber-Jäger) herzlich willkommen heißen. Mit genau dieser Ansicht trat ich also an den Stand. Im vollen “Business-Kampfanzug”  (Anzug + Krawatte) und in freudiger Erwartung auf ein interessantes Gespräch.
Der erste Satz, der mir – nach einem guten Morgen – entgegen geworfen wurde, war: “Bevor ich etwas über uns erzähle, geben Sie mir doch erst einmal eine Visitenkarte.” Ich dachte ich höre nicht richtig. Wer will denn hier was von wem? Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich dem Standmitarbeiter nicht gleich den Rücken zugedreht habe, sondern ihm eine Visitenkarte gegeben habe. Er hat also sein Ziel erreicht. Mein Fehler!

“Ich helfe auch gerne.”

Wenige Stunden später, ein anderer Stand. Ich schaute mir die Werbeplakate an und wurde fast eine Minute nicht beachtet (ich bilde mir ein, dass mir das bei meinen vergangenen CeBit-Besuchen nicht passiert wäre). Nach einer Weile trat ein Mitarbeiter des Standes in meine Nähe, starrte mich eine ganze Weile an und als ich ihm in die Augen schaute sagte er: “Ich helfe auch gerne”.  Ich überlegte kurz und sagte dann: “Das finde ich nett.”.
Ich erwartete also, dass nun ein Dialog entstehen würde, aber irgendwie passierte nichts. Sehr schade, denn so ging ich einfach weiter.
Schade vor allem aber auch für ihn, denn er hätte die Chance gehabt mir von seiner Firma und den Dingen zu berichten, die er anzubieten hat. Und vielleicht wäre ja durchaus etwas brauchbares (für ihn und für mich) dabei heraus gekommen.

“Guten Tag.”

Am häufigsten habe ich den “Guten Tag”-Typen getroffen.
Da steht man also in der Nähe eines Standes oder – wie in einigen Fällen geschehen – sogar direkt auf der Fläche und die Ansprache lautet “Guten Tag”. Ich bin ein höflicher Mensch und habe natürlich zurück gegrüßt in der Erwartung es käme noch ein Nachsatz. Irrtum. Sehr schade, wie ich finde. Denn auch wenn es höflich ist und man den Stand sicherlich nicht negativ in Erinnerung behält, so gewinnt man auf diese Weise keine Kunden und schon gar keine Fans.

“Was wollen sie?”

Dieser Typus setzt dem Ganzen allerdings die absolute Krone auf.
Wirklich ernsthaft interessiert trat ich an den Stand eines Produktherstellers. Mit der ernsten Absicht ein Gespräch über das Produkt und über das Profil der Firma zu führen. Nachdem der erste Mitarbeiter (der übrigens vom Typ “Guten Tag” war – ich ließ mich aber nicht abschütteln) mir nicht weiterhelfen konnte, suchte er einen Kollegen, der mich mit den Worten “Was wollen Sie?” begrüßte. Und das in einem Tonfall, der mich sofort an einen Marktschreier erinnerte, dem man gerade seine Kasse geklaut hat.
Trotzdem – ich war wirklich interessiert – erklärte ich ihm, dass ich für ein Beratungsunternehmen arbeite, meine Kunden oft nach der Art von Produkten fragen, die seine Firma herstellt, und ich wirklich interessiert bin mehr über seinen Arbeitgeber zu erfahren.
Seine Antwort: “Und wie stellen sie sich eine Zusammenarbeit unser Unternehmen vor?”
Unfassbar! Diesmal war es etwas später am Tage und ich war schon in einer etwas besserer CeBIT-Stimmung (im Vergleich zu meiner Begegnung mit dem “Haben sie eine Karte?” Typ). Also wies ich ihn freundlich darauf hin, dass ich ihn lediglich kennen lernen wollte. Wie mit Waffengewalt dazu gezwungen, erzählte er zwei Sätze über sein Unternehmen und das war es. Ich beendete das Gespräch in dem Wissen, dass er offensichtlich nicht gemerkt hat, wie erschüttert ich über sein Verhalten war.

Resumé

Natürlich muss man anführen, dass die oben genannten Persönlichkeiten mindestens ausgeglichen wurden von den netten und kompetenten Standmitarbeitern, mit denen ich reden durfte. Dennoch muss ich sagen, dass mir in diesem Jahr die fehlende Ausbildung des Standpersonals besonders aufgefallen ist. Bei den wenigsten Ständen fühlte ich mich als willkommener Kunde.

Diejenigen, die es besonders gut gemacht haben, haben es verdient an dieser Stelle erwähnt zu werden. Hier also meine persönlichen Top 3 Unternehmen der CeBIT 2010:

  1. IDS Scheer (Software AG)
    Obwohl ich mich sofort als Tourist geoutet habe und wirklich nur wissen wollte was es Neues gibt, erzählten mir zwei Mitarbeiter begeistert über ihre neuen Produkte und gaben mir den Hinweis auf die ARIS Communiy.
  2. SIGNAVIO
    Angelockt vom Slogan “BPM in the cloud!” erzählte mir der junge Mitarbeiter mit Begeisterung von seinem Produkt.
  3. kühn&weyh
    Sehr nettes Standpersonal, dass sich überdurchschnittlich viel Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hat.

Nachfolgend habe ich meine persönlichen fünf Tipps zusammen gestellt, die ich den oberen CeBIT-Typen geben würde:

  1. Wählt eine offene Erstansprache!
    Eine gute Erstansprache zeichnet sich aus meiner Sicht durch eine offene Einstiegsfrage aus. Beispiel: “Wie kann Ihnen weiter helfen?” anstelle von “Kann ich weiter helfen?”.
    Noch besser ist es natürlich ein wenig innovativer. Einfach mal Interessenten, die am Stand verweilen, fragen: “Was interessiert Sie besonders?” oder “Was sehen Sie sich gerade an?”. In jedem Fall sollte eine Einstiegsfrage den Interessenten dazu bewegen etwas von sich zu erzählen. So kommt man am besten ins Gespräch.
  2. Seid ehrlich!
    Oder anders ausgedrückt: Versprecht nicht das blaue vom Himmel. Es rächt sich. Wenn nicht sofort, dann sicher später.
  3. Seid neugierig!
    Erzählt nicht nur von Eurer Firma, sondern seid neugierig auf die Geschichte Eures Gesprächspartners. Fragt wie er auf Eure Firma gestoßen ist, was er beruflich macht oder woher er kommt. Und besonders wichtig: Macht nicht gleich dicht, wenn sich herausstellt, dass Euer Gegenüber für einen Marktbegleiter arbeitet.
  4. Achtet auf Euer Erscheinungsbild!
    Ein ordentliches Erscheinungsbild ist wichtig, um Euren Gesprächspartner nicht zu verschrecken. Achtet darauf, dass Ihr frei von ungebügelten Hemden, fleckigen Krawatten und Knoblauchgestank seid.
  5. Seid Fans Eurer Sache!
    Dies ist aus meiner Sicht der wichtigste Tipp. Seid Fans Eurer Sache und damit Eures eigenen Unternehmens. Nur so kann die Begeisterung auch auf Euren Gesprächspartner überspringen.

Habt Ihr eigene Tipps, um diese Liste zu ergänzen? Dann immer her damit!


…und los geht’s!

Posted: 25th März 2010 by René in Allgemeines
Tags:
Endlich fertig

Nach einer ganzen Weile der Konfiguration und des Testens der Möglichkeiten von WordPress ist es nun endlich soweit:
Hier ist der erste Blogartikel. Dieser allerdings “noch” ohne eine wirklichen Inhalt, sondern vielmehr als eine Art Ankündigung auf zukünftige Themen und als Rückblick auf vergangene Blog-Erlebnisse.

Blick zurück

Dies hier ist mein zweiter Versuch eines Blogs. Den ersten habe ich unternommen als ich im vergangenen April auf dem Trivadis TechEvent – einer firmen-internen Konferenz – einem Vortrag beiwohnte, der mich endgültig davon überzeugte einen Blog zu schreiben. Rückblickend muss man allerdings anführen, dass mein erster Versuch nicht sonderlich viele Artikel zu Tage förderte. Darüber hinaus habe ich recht schnell gemerkt, dass ich zwar jede Menge Ideen und Themen habe, über welche ich schreiben kann, diese allerdings nur selten in die “Blogosphere” der Trivadis passten, welche sich vor allem durch die technische Expertise auszeichnet.

Und gerade dieser zweite Punkt hat mich nun dazu bewogen unter eigener Domain einen neuen Anlauf zu starten.

Blick nach vorn

Um was geht es also nun? Oder besser: Was erwartet Euch?
Zunächst einmal bin ich sehr gespannt auf meine Disziplin und meinen Ideenreichtum was die Artikel angeht. Mein Arbeitskollege Carsten hat auf der About This – Seite bereits kritisch gefragt was ich denn unter “regelmässig” verstehe. Meine Antwort (frei zusammen gefasst): Wir werden mal sehen.

In jedem Fall könnt Ihr Euch schon auf die folgenden Themen freuen:

  • ARIS Express
    Mein absolutes Highlight, welches ich in diesem Jahr von der CeBit mitgebracht habe, ist ARIS Express. Dieses werde ich Euch vorstellen und hoffe damit endgültig Visio von Euren (und meinem) Rechner verbannen zu können.
  • CeBit – Rückblick: Das Standpersonal
    Die CeBit war in diesem Jahr in mehrerlei Hinsicht sehr interessant. Neben vielen spannenden Gesprächen, habe ich auch jede Menge “merkwürdiges” Standpersonal getroffen. In einem Erfahrungsbericht möchte ich Euch diese Archetypen etwas näher bringen.
  • Atlassian User Group Hamburg
    Christian Dähn und ich haben im letzten Jahr die Atlassian User Group Hamburg gegründet. Derzeit sind wir dabei einen Gastartikel für den Atlassian-Blog zu schreiben. Dieses Vergnügen nehme ich zum Anlass, um an dieser Stelle das Eine oder Andere zu diesem Thema zu berichten.

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von Themen, die sich in meinem Kopf befinden und die nur darauf warten heraus gelassen zu werden. Hierzu gibt es allerdings erst mehr zu lesen, wenn ich es geschafft habe alles in Worte zu fassen.

Zu guter Letzt bleibt mir in diesem (ersten) Beitrag noch Euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen!
Selbstredend ist es, dass ich mich über jede Art von Kommentar freue.
Sei es zu den Themen direkt, zum Schreibstil oder zum Design dieses Blogs. Werdet los, was Ihr los werden möchtet!


Fast fertig…

Posted: 17th März 2010 by René in Allgemeines

Liebe Leser,

dieser Blog befindet sich derzeit im Aufbau.

Wollt Ihr wissen um was es geht? Schaut auf die “About This” – Seite!
Wollt Ihr wissen wer ich bin? Schaut auf die “About Me” – Seite!

Cheers,
René