Workshop Games – Teil 1: Stühle rücken

Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen für ein paar Kollegen einen Workshop zum Thema Scrum zu halten. Ein Großteil der Workshop-Teilnehmer arbeitet gemeinsam in einem (Scrum-) Projekt. Ergänzt wurde die Runde durch „Gäste“, die einfach Interesse an dem Thema hatten und gerade in der Region unterwegs waren.

Da es sich hier um einen internen Workshop handelte hatte auch ich als Moderator ein wenig „Narrenfreiheit“ und konnte das eine oder andere ausprobieren. Der theoretische Stoff, den es zu vermitteln gab, wurde von mir durch einige Workshop-Spiel ergänzt. In dieser Artikelserie berichte ich über die Spiele und die Erfahrungen, die ich mit den einzelnen Spielen gesammelt habe. In der kommenden Zeit werde ich über die folgenden Spiele berichten:

  • Stühle rücken
    Ein „Willkommensspiel“, um gleich von Beginn an eine gewisse Spannung zu erzeugen
  • „Ich arbeite nur mit Super-Helden“
    Eine etwas andere Vorstellungsrunde
  • Principles in the pocket
    Ein kurzes Spiel zur Verdeutlichung der Prinzipien, die hinter dem Agilen Manifest stecken
  • Coin Sorting
    Spiel zur Verdeutlichung der Rolle des Kunden in Angebotsprozessen
  • Speed Boat Game
    Ein Spiel aus der Reihe der „Innovation Games„; dient zur Identifikation und Priorisierung von Problemen

Ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem und den weiteren Artikeln der Serie.

Über Eure Meinung und Ansichten (gerne auch von den Teilnehmern selbst) freue ich mich in den Kommentaren.

Stühle rücken
Ausgangssituation

In vielen Besprechungsräumen sind die Tische und Stühle in einer U-Form angeordnet und aus meiner Sicht nicht geeignet für interaktive Workshops. Ich favorisiere entweder Gruppentische, sofern die Teilnehmer Tische benötigen, oder einen Stuhlkreis ganz ohne Tische. Gerade mit der letzten Variante habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, da dies die Teilnehmer etwas näher zusammen bringt und die Barriere „Tisch“ nicht vorhanden ist.

Leider ist es so, dass in vielen Konferenzräumen diese „besondere“ Sitzordnung extra „bestellt“ werden muss. Statt sich den üblichen Diskussionen über Sinn und Unsinn dieser Sitzordnung zu ergeben, kann man einfach die Teilnehmer in die Umgestaltung des Raumes einbeziehen. Gleichzeitig kann man anhand dieses Spiels den einen oder anderen Aspekt der Projektarbeit verdeutlichen.

Ablauf
  1. Zunächst begrüßt man die Teilnehmer und erklärt kurz das die Sitzordnung für den folgenden Workshop ungeeignet ist.
  2. Darauf hin bittet man die Teilnehmer die Sitzordnung umzugestalten. Wichtig dabei ist, dass man ihnen nicht erläutert wie man sich die Sitzordnung vorstellt.
  3. Nach der Erläuterung des Auftrags verabschiedet man sich und erklärt, dass man in 5 Minuten wieder im Raum ist und dann mit der neuen Sitzordnung starten möchte.
  4. In der Regel – gerade zu Beginn eines Workshops – legen die Teilnehmer voller Eifer los und fangen an den Raum umzugestalten. Und zwar ohne sich nach der genauen Sitzordnung zu erkundigen.
  5. Nachdem man wieder in den Raum kommt ist zunächst einmal (gespielte) Erschütterung angesagt.
  6. Danach erläutert man, dass die Sitzordnung leider nicht so ist, wie man sich das vorstellt und zeigt kleines Schaubild (siehe unten).
  7. Sinnvoll ist es nun darüber zu diskutieren wie wichtig es ist den Anforderungsgeber (also in der Regel den Kunden) in den Gesamtprozess einzubeziehen und Anforderungen genau zu hinterfragen.
  8. Anschließend stellt man gemeinsam mit den Teilnehmer die Tische und Stühle so um, wie man es für den Workshop benötigt.

Eine mögliche Sitzordnung

Uri-Geller-Variante

Ein Kollege hat mich noch auf eine Variante dieses Spiels gebracht.
Hierzu erzählt man vor dem eigentlichen Spiel eine kurze Geschichte, in der man erläutert, dass man kürzlich Uri Geller getroffen hat und dieser einem einen mentalen Trick beigebracht hat, den man nun zur Anwendung bringen möchte.
Anschließend erläutert man den Teilnehmern, dass man durch diesen mentalen Trick erkennen kann warum sie die folgende Aufgabe nicht erfolgreich abschließen werden.
Etwas „showmässig“ nimmt man nun einen Zettel und schreibt „IT-Leute denken sie wüssten was der Kunde will!“. Anschließend faltet man den Zettel, legt ihn gut sichtbar zur Seite und erläutert, dass man hier notiert hat hat warum die Teilnehmer die gestellte Aufgabe nicht erfolgreich abschließen werden. Anschließend macht man so weiter, wie im Abschnitt „Ablauf“ beschrieben.
Der Zettel sollte im Rahmen von Punkt 6 des Ablaufs entfaltet werden.
Aber Achtung! Diese kleine Geschichte erhöht die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und sie werden nach dem Trick in diesem Spiel suchen… und vielleicht auch drauf kommen.

Lernziele

Dieses Spiel dient der Verdeutlichung wie wichtig es ist

  • den Kunden in den Prozess der Anforderungsanalyse einzubeziehen.
  • nicht jede Anforderung zu akzeptieren ohne sie konstruktiv zu hinterfragen.
  • den Kunden nach seiner Meinung und seinen Beweggründen zu fragen.

Des Weiteren ist dieses „Willkommensspiel“ eine gute Methode, um die Teilnehmer von Anfang an in Bewegung zu versetzen. Leider starten die meisten Workshops/ Schulungen mit einem größerer Redeblock. Und genau diesem (Anti-)Pattern wird mit diesem (und anderen „Willkommensspielen“) entgegen gewirkt.

Erfahrungen

In dem weiter oben angesprochenen Workshop habe ich dieses „Willkommensspiel“ in der Uri-Geller-Variante gespielt.
Interessanter Weise haben die meisten Teilnehmer sofort angefangen die Stühle und Tische bei Seite zu stellen ohne weitere Fragen zu stellen. Mindestens ein Teilnehmer allerdings hat den „Braten gerochen“ und sofort nach meiner Anforderung an die neue Sitzordnung gefragt. Kompliment! Gut aufgepasst bzw. mich gut durchschaut.
Doch auch wenn das Spiel nicht zu 100% funktionierte, würde ich es in jedem Fall wieder einplanen, denn für viele der Teilnehmer gab es einen Denkanstoß. Darüber hinaus hat es die Teilnehmer aus ihrer „Comfort Zone“ befreit und somit klar gemacht, dass dieser Workshop ein wenig anders wird.
Zusammengefasst: Ein gutes Spiel für den Beginn eines Workshops.

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Atlassian User Group Hamburg

Wie bereits in einem der letzten Artikel angekündigt, möchte ich an dieser Stelle meinem Versprechen nachkommen und anlässlich unseres Gastbeitrags bei Atlassian ein paar Worte zu Atlassian und der Atlassian User Group Hamburg verlieren.

Atlassian ist ein Unternehmen, genauer gesagt ein Softwarehersteller, welches mich fasziniert. Nicht nur die Produkte an sich begründen diese Faszination, sondern das Unternehmen als solches. Über die Philosophie von Atlassian habe ich mich in einem früheren Blogeintrag (damals unter anderer Flagge) bereits ausgelassen. Mit dieser Philosophie kommt das Unternehmen sehr nah an das heran, was ich gerne als „Open Company“ bezeichne. Kurz zusammen gefasst: Sie gewähren Ihren Kunden einen tiefen Einblick in die Unternehmensstrukturen und -abläufe.

Als Atlassian im letzten Jahr ein neues User Group Sponsoring Programm aufgelegt hat, waren wir (Christian Dähn und ich) uns schnell einig eine solche User Group auch in Hamburg zu gründen (Kurz: AUG HH). Derzeit sind wir mit dieser User Group noch die Einzigen in Deutschland. Somit ist die AUG Hamburg auch gleichzeitig die AUG Deutschland. Zieht man die Grenze noch ein wenig weiter, so bilden wir – gemeinsam mit der AUG London – die AUG EMEA.

Nach unserem zweiten Meeting im vergangenen März hat Atlassian uns gebeten einen Gastartikel über die Gründung einer User Group zu verfassen. Diesem Angebot sind wir natürlich gerne nachgekommen. Der Artikel erschien in der letzten Woche und nach einigen Publizierungsschwierigkeiten könnt Ihr ihn direkt von der Atlassia-Seite abrufen.

Der Artikel beschreibt fünf Schritte (plus einen geheimen sechsten Schritt), die für die Gründung einer User Group notwendig sind.
Frei übersetzt lauten diese:

  1. Baue ein Organisationsteam auf
  2. Lege ein Datum fest… und bleibe dabei
  3. Finde Leute mit entsprechenden Ressourcen
  4. Erstelle eine Plattform für die Teilnehmer
  5. Lass Deine Teilnehmer die Arbeit tun
  6. (Secret Step) Tu es einfach

Ich möchte an dieser Stelle nicht den Blogeintrag auf der Atlassian-Seite übersetzen, sondern die Gelegenheit nutzen, um nochmals kurz auf die – aus meiner Sicht – wichtigsten Schritte einzugehen.

Die wichtigsten Schritte

Aus meiner persönlichen Sicht sind die Schritte 2 und 6 die Entscheidenden.

Bei Schritt 2 geht es im Wesentlichen um Timeboxing.
Dieses Konzept sieht vor für eine anstehende Aufgabe oder ein Aufgabenpaket einen Zeitrahmen festzulegen, der unter keinem Umstand angepasst wird. Kommt es dazu, dass die anstehende Arbeit nicht im vorgesehenen Zeitrahmen erledigt werden kann, so wird die Menge der Arbeit angepasst und nicht der Termin nach hinten geschoben. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass als erstes Themen bzw. Aspekte einer Aufgabe bearbeitet werden, die dringend zum Ende des Zeitrahmens benötigt werden. Ein Konzept, welches nicht nur bei der Organisation einer User Group hilft, sondern eigentlich in jeder Lebenslage.

Schritt 6 könnte auch als Yoda-Schritt beschrieben werden:

Try not! Do or not. There is no try. – Meister Yoda

Diese Sichtweise wurde mir während unseres ersten Organisationsmeetings mal wieder klar.
Ich fragte mich während der ersten Planungs-Session eine geraume Zeit wie wir das User Group Meeting erfolgreich machen können. Erst als ich mir sicher war, dass unser Meeting auch erfolgreich wird, wollte ich die nächsten Planungsschritte in Angriff nehmen. Eine Sichtweise, die mich persönlich in der Arbeit blockiert hat.

Die Sichtweise sollte eigentlich eine andere sein: Sofern man sich sicher ist, dass die anstehende Aufgabe sinnvoll ist, sollte diese in Angriff genommen werden. Es geht bei dieser Sichtweise weniger um Erfolg oder Mißerfolg, sondern vielmehr um die Durchführung der Aufgabe.
Auf unser Anwendungsbeispiel („Organisation einer User Group“) bezogen: Letztendlich war es uns egal, ob wir bei dem ersten Meeting mit 3 oder 30 Personen zusammen sitzen. Hauptsache wir haben Spaß und die Möglichkeit sinnvolle und konstruktive Diskussionen zu führen.

Get in touch…

Unser nächstes Meeting findet am Donnerstag, den 03. Juni 2010, in den Räumen der CoreMedia in Hamburg statt.

Wollt Ihr uns treffen und mit anderen Atlassian-Usern und Collaboration-Fans spannende Diskussionen bei Pizza und Bier führen, dann bleibt über einen der folgenden Kanäle auf dem Laufenden:

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ARIS Express – Prozesse einfach modellieren

Logo von ARIS ExpressWer sich mit dem Thema Geschäftsprozessmanagement befasst, der kommt an ARIS nicht vorbei. Das Konzept, welches einst von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer entwickelt wurde, macht bei der Darstellung einfacher Prozessabläufe nicht halt, sondern ermöglicht es uns komplexe Prozesszusammenhänge und Unternehmensarchitekturen zu visualisieren.
Doch wer nicht das komplexe ARIS Toolset (später: Business Architect) zur Hand hat, der muss gezwungener Maßen auf Visio-Schablonen zurück greifen. Damit ist jetzt  Schluss!
Wie mir die netten Mitarbeiter von IDS Scheer während meines letzten CeBIT-Besuchs erzählten, gibt es nun eine kostenlose Version des Modellierungstools Business Architect. Der Name: ARIS Express.
Mit ARIS Express lassen sich einfache Modelle so schnell erstellen, wie mit keinem anderen Programm. Nach einem ersten Test bin ich mir absolut sicher, dass ich es schaffe Visio mehr und mehr aus meinem Alltag zu vertreiben.

ARIS – Grundlagen

Der Reihe nach:
Bevor ich etwas näher auf das Tool eingehe, möchte ich für alle die, die nicht so sehr mit ARIS vertraut sind, ein paar Grundlagen darstellen.
Die erste Veröffentlichung, die sich mit ARIS (kurz für: Architektur integrierter Informationssysteme) beschäftigte, war ein Essay mit dem Namen „ARIS-House of Business Engineering“ von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

ARIS Haus

Das Herzstück dieser Methodik ist das ARIS Haus. Dieses Haus zeigt die verschiedenen Sichten, die beim Blick auf einen definierten Kontext eingenommen werden können. Jede dieser einzelnen Sichten beinhaltet verschiedene Modellierungsverfahren, die es ermöglichen die zu jeder Sicht passenden Informationen darzustellen. Vereint werden alle Sichten in der Steuerungssicht, die die Prozesse beinhaltet. Das wohl bekannteste Modell dieser Steuerungssicht ist die EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette). Die Informationen aus alle Sichten können untereinander verknüpft werden. Ein unschätzbarer Vorteil, denn erst dadurch wird eine konsistente und stringente Abbildung – und vor allem Auswertbarkeit – der Informationen möglich.

Dieses, doch recht komplex anmutende Konzept, findet seine Umsetzung in Tools, die von der Firma IDS Scheer bereit gestellt werden. Früher unter dem Namen ARIS Toolset bekannt, trägt das Tool heute den Namen Business Architect. Vor einigen Jahren wurde das Werkzeug in einer OEM-Version von Oracle gekauft und ist seitdem Bestandteil der Oracle BPA Suite. Doch egal welches dieser Tools zu Einsatz kommt: Alle sind komplex, Client-Server basiert und sehr mächtig. Also alles andere als eine schlanke Einzelplatzlösung.

ARIS Express

In meiner persönlichen Wahrnehmung habe ich die IDS Scheer und die damit verbundenen Modellierungskonzepte immer als etwas altbacken und konservativ wahr genommen. Dieser Wahrnehmung arbeitet IDS Scheer – spätestens seit dem sie von der Software AG aufgekauft wurden – entgegen. Jüngste Maßnahmen sind die Gründung einer eigenen ARIS Community unter dem Slogan „We love BPM“ und die Bereitstellung einer abgespeckten Einzelplatzversion des Business Architect namens ARIS Express. ARIS Express besteht im Wesentlichen aus der Modellierungskomponente des Business Architect. Die Modelle, die mit ARIS Express erstellt werden, werden nicht in einer Datenbank, sondern in Form einer Datei abgelegt. Diese Datei kann für eine spätere Wiederverwendung in das „große“ Tool importiert werden.


Eine weitere Einschränkung, die ARIS Express mit sich bringt, ist die Anzahl der Modelle.
Folgende Modelle sind in ARIS Express verfügbar:

  • Organigramm – Darstellung der Aufbauorganisation eines Unternehmens
  • Datenmodell – Veranschaulichung von Datenstrukturen auf einer konzeptionellen (fast fachlichen) Ebene
  • IT-Infrastruktur – Stellt die Zusammenhänge von Hardware und Netze dar
  • Systemlandschaft – Zeigt die Systeme und deren Zusammenhang
  • Whiteboard – Ein noch sehr junges Modell zur Strukturierung von Informationen
  • Prozesslandschaft – Im Business Architect unter dem Namen Wertschöpfungskettendiagramm bekannt. Stellt die konzeptionell oberste Ebene einer Geschäftsprozesslandschaft dar und bildet damit den Einstieg in einen Prozess
  • Geschäftsprozess – Die ereignisgesteuerte Prozesskette dient zur Visualisierung des eigentlichen Ablaufs. Besonders in fachlichen Kontexten ein sehr gutes Modell, da die Darstellung einfach zu lernen und zu lesen ist
  • BPMN-Diagramm – Auch dieses Modell dient zur Darstellung von Abläufen. Setzt dabei allerdings nicht auf den proprietären Standard EPK, sonder auf den freien Standard BPMN in der Version 2.0
  • Freies Diagramm – Das freie Diagramm beinhaltet keine Regeln. Hier kann mit einigen Symbolen frei modelliert werden

Das wohl überzeugendste Argument für ARIS Express ist allerdings die Benutzerfreundlichkeit. Anders als beispielsweise bei Visio sind die Symbole einfach zu platzieren, miteinander zu verbinden und auf der Zeichnungsfläche zu verschieben. Die Regeln, sie ARIS hinsichtlich der Modellierung mitgibt, sind direkt im Tool umgesetzt. Auf diese Weise bekommt der User klare Leitplanken vorgegeben. Nachteil hier: Man sollte sich im Vorfeld – zumindest grundsätzlich – mit den Regeln vertraut machen, um zügig Modelle erstellen zu können.

Fazit

ARIS Express ist mein persönliches Tool-Highlight dieses noch jungen Jahres!
Prozesse darzustellen ist mit diesem Werkzeug einfach wie nie. Wer nicht den proprietären Standard EPK benutzen möchte, der kann Prozesse auch mit BPMN 2.0 abbilden. Somit sind auch etwas technischere Darstellung von Prozessabläufen einfach zu realisieren. Neben der Darstellung von Prozessabläufen eignet sich das Tool einfach sehr gut zur Darstellung von einfachen Zusammenhängen aller Art. Und das äußerst komfortabel. Von der Idee bis zum fertigen Modell vergehen oft nur wenige Minuten (Ladezeit mit eingerechnet). Die Pflege und Wartung der Modelle funktioniert dabei mit dem gleichen Komfort.
Die Exportmöglichkeiten in Richtung PDF, EMF und RTF sorgen dabei für eine einfache Publizierung.

Kurzum:
Steht Ihr vor der Herausforderung Prozesse jeglicher Art visualisieren zu müssen?
Habt Ihr von Visio die Nase voll?
Und kein professionelles Modellierungstool zur Hand?

Ja!? Dann zögert nicht lang, surft auf http://www.ariscommunity.com und testet ARIS Express. Über Euer persönliches Testergebnis freue ich mich in den Kommentaren.

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CeBit-Typen

Trotz Minusrekorde in Sachen Besucher und Aussteller, ist die CeBIT aus meiner Sicht noch immer eine der wichtigsten Messen für die IT-Branche. Nachdem ich im letzten Jahr bewusst nicht hingefahren bin, habe ich mich in diesem Jahr für einen Besuch entschieden.

Um das Fazit dieses Besuchs vorzuziehen: Es hat sich gelohnt!

Es gab jede Menge interessanter Gespräche und viele Neuigkeiten zu bestaunen. Über eine Sache komme ich allerdings bis heute nicht hinweg. Das Standpersonal. Ohne an dieser Stelle Namen von Firmen oder gar Personen zu nennen, möchte ich in diesem Artikel einmal die Archetypen vorstellen, die ich auf der Messe erleben durfte.

Eine der wichtigsten Dinge, die ein Standmitarbeiter beherrschen muss, ist die Erstansprache. Nachfolgend habe ich die Typen aufgelistet (gruppiert nach dem Tenor der Erstansprache), denen ich begegnet bin.

„Haben sie eine Karte?“

Dieser Typ ist mir nur einmal über den Weg gelaufen, hat aber so viel Unverständnis hervor gerufen, dass ich ihn gleich an erster Stelle aufführe.
Um die Einstellung dieses Archetypus nachzuvollziehen, muss man sich zunächst in das Gedächtnis rufen warum ein Unternehmen sich auf der CeBit präsentiert. Meiner Meinung nach vor allem, um die Marke bekannter zu machen und möglichst der ganzen Menschheit (exemplarisch vertreten durch die Messe-Besucher) zu erzählen, was man im Leistungsportfolio hat.
Um dieses zu erreichen, sollte man grundsätzlich jeden Besucher des Standes (zumindest jeden, der nicht aussieht wie ein Kugelschreiber-Jäger) herzlich willkommen heißen. Mit genau dieser Ansicht trat ich also an den Stand. Im vollen „Business-Kampfanzug“  (Anzug + Krawatte) und in freudiger Erwartung auf ein interessantes Gespräch.
Der erste Satz, der mir – nach einem guten Morgen – entgegen geworfen wurde, war: „Bevor ich etwas über uns erzähle, geben Sie mir doch erst einmal eine Visitenkarte.“ Ich dachte ich höre nicht richtig. Wer will denn hier was von wem? Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich dem Standmitarbeiter nicht gleich den Rücken zugedreht habe, sondern ihm eine Visitenkarte gegeben habe. Er hat also sein Ziel erreicht. Mein Fehler!

„Ich helfe auch gerne.“

Wenige Stunden später, ein anderer Stand. Ich schaute mir die Werbeplakate an und wurde fast eine Minute nicht beachtet (ich bilde mir ein, dass mir das bei meinen vergangenen CeBit-Besuchen nicht passiert wäre). Nach einer Weile trat ein Mitarbeiter des Standes in meine Nähe, starrte mich eine ganze Weile an und als ich ihm in die Augen schaute sagte er: „Ich helfe auch gerne“.  Ich überlegte kurz und sagte dann: „Das finde ich nett.“.
Ich erwartete also, dass nun ein Dialog entstehen würde, aber irgendwie passierte nichts. Sehr schade, denn so ging ich einfach weiter.
Schade vor allem aber auch für ihn, denn er hätte die Chance gehabt mir von seiner Firma und den Dingen zu berichten, die er anzubieten hat. Und vielleicht wäre ja durchaus etwas brauchbares (für ihn und für mich) dabei heraus gekommen.

„Guten Tag.“

Am häufigsten habe ich den „Guten Tag“-Typen getroffen.
Da steht man also in der Nähe eines Standes oder – wie in einigen Fällen geschehen – sogar direkt auf der Fläche und die Ansprache lautet „Guten Tag“. Ich bin ein höflicher Mensch und habe natürlich zurück gegrüßt in der Erwartung es käme noch ein Nachsatz. Irrtum. Sehr schade, wie ich finde. Denn auch wenn es höflich ist und man den Stand sicherlich nicht negativ in Erinnerung behält, so gewinnt man auf diese Weise keine Kunden und schon gar keine Fans.

„Was wollen sie?“

Dieser Typus setzt dem Ganzen allerdings die absolute Krone auf.
Wirklich ernsthaft interessiert trat ich an den Stand eines Produktherstellers. Mit der ernsten Absicht ein Gespräch über das Produkt und über das Profil der Firma zu führen. Nachdem der erste Mitarbeiter (der übrigens vom Typ „Guten Tag“ war – ich ließ mich aber nicht abschütteln) mir nicht weiterhelfen konnte, suchte er einen Kollegen, der mich mit den Worten „Was wollen Sie?“ begrüßte. Und das in einem Tonfall, der mich sofort an einen Marktschreier erinnerte, dem man gerade seine Kasse geklaut hat.
Trotzdem – ich war wirklich interessiert – erklärte ich ihm, dass ich für ein Beratungsunternehmen arbeite, meine Kunden oft nach der Art von Produkten fragen, die seine Firma herstellt, und ich wirklich interessiert bin mehr über seinen Arbeitgeber zu erfahren.
Seine Antwort: „Und wie stellen sie sich eine Zusammenarbeit unser Unternehmen vor?“
Unfassbar! Diesmal war es etwas später am Tage und ich war schon in einer etwas besserer CeBIT-Stimmung (im Vergleich zu meiner Begegnung mit dem „Haben sie eine Karte?“ Typ). Also wies ich ihn freundlich darauf hin, dass ich ihn lediglich kennen lernen wollte. Wie mit Waffengewalt dazu gezwungen, erzählte er zwei Sätze über sein Unternehmen und das war es. Ich beendete das Gespräch in dem Wissen, dass er offensichtlich nicht gemerkt hat, wie erschüttert ich über sein Verhalten war.

Resumé

Natürlich muss man anführen, dass die oben genannten Persönlichkeiten mindestens ausgeglichen wurden von den netten und kompetenten Standmitarbeitern, mit denen ich reden durfte. Dennoch muss ich sagen, dass mir in diesem Jahr die fehlende Ausbildung des Standpersonals besonders aufgefallen ist. Bei den wenigsten Ständen fühlte ich mich als willkommener Kunde.

Diejenigen, die es besonders gut gemacht haben, haben es verdient an dieser Stelle erwähnt zu werden. Hier also meine persönlichen Top 3 Unternehmen der CeBIT 2010:

  1. IDS Scheer (Software AG)
    Obwohl ich mich sofort als Tourist geoutet habe und wirklich nur wissen wollte was es Neues gibt, erzählten mir zwei Mitarbeiter begeistert über ihre neuen Produkte und gaben mir den Hinweis auf die ARIS Communiy.
  2. SIGNAVIO
    Angelockt vom Slogan „BPM in the cloud!“ erzählte mir der junge Mitarbeiter mit Begeisterung von seinem Produkt.
  3. kühn&weyh
    Sehr nettes Standpersonal, dass sich überdurchschnittlich viel Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hat.

Nachfolgend habe ich meine persönlichen fünf Tipps zusammen gestellt, die ich den oberen CeBIT-Typen geben würde:

  1. Wählt eine offene Erstansprache!
    Eine gute Erstansprache zeichnet sich aus meiner Sicht durch eine offene Einstiegsfrage aus. Beispiel: „Wie kann Ihnen weiter helfen?“ anstelle von „Kann ich weiter helfen?“.
    Noch besser ist es natürlich ein wenig innovativer. Einfach mal Interessenten, die am Stand verweilen, fragen: „Was interessiert Sie besonders?“ oder „Was sehen Sie sich gerade an?“. In jedem Fall sollte eine Einstiegsfrage den Interessenten dazu bewegen etwas von sich zu erzählen. So kommt man am besten ins Gespräch.
  2. Seid ehrlich!
    Oder anders ausgedrückt: Versprecht nicht das blaue vom Himmel. Es rächt sich. Wenn nicht sofort, dann sicher später.
  3. Seid neugierig!
    Erzählt nicht nur von Eurer Firma, sondern seid neugierig auf die Geschichte Eures Gesprächspartners. Fragt wie er auf Eure Firma gestoßen ist, was er beruflich macht oder woher er kommt. Und besonders wichtig: Macht nicht gleich dicht, wenn sich herausstellt, dass Euer Gegenüber für einen Marktbegleiter arbeitet.
  4. Achtet auf Euer Erscheinungsbild!
    Ein ordentliches Erscheinungsbild ist wichtig, um Euren Gesprächspartner nicht zu verschrecken. Achtet darauf, dass Ihr frei von ungebügelten Hemden, fleckigen Krawatten und Knoblauchgestank seid.
  5. Seid Fans Eurer Sache!
    Dies ist aus meiner Sicht der wichtigste Tipp. Seid Fans Eurer Sache und damit Eures eigenen Unternehmens. Nur so kann die Begeisterung auch auf Euren Gesprächspartner überspringen.

Habt Ihr eigene Tipps, um diese Liste zu ergänzen? Dann immer her damit!

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…und los geht’s!

Endlich fertig

Nach einer ganzen Weile der Konfiguration und des Testens der Möglichkeiten von WordPress ist es nun endlich soweit:
Hier ist der erste Blogartikel. Dieser allerdings „noch“ ohne eine wirklichen Inhalt, sondern vielmehr als eine Art Ankündigung auf zukünftige Themen und als Rückblick auf vergangene Blog-Erlebnisse.

Blick zurück

Dies hier ist mein zweiter Versuch eines Blogs. Den ersten habe ich unternommen als ich im vergangenen April auf dem Trivadis TechEvent – einer firmen-internen Konferenz – einem Vortrag beiwohnte, der mich endgültig davon überzeugte einen Blog zu schreiben. Rückblickend muss man allerdings anführen, dass mein erster Versuch nicht sonderlich viele Artikel zu Tage förderte. Darüber hinaus habe ich recht schnell gemerkt, dass ich zwar jede Menge Ideen und Themen habe, über welche ich schreiben kann, diese allerdings nur selten in die „Blogosphere“ der Trivadis passten, welche sich vor allem durch die technische Expertise auszeichnet.

Und gerade dieser zweite Punkt hat mich nun dazu bewogen unter eigener Domain einen neuen Anlauf zu starten.

Blick nach vorn

Um was geht es also nun? Oder besser: Was erwartet Euch?
Zunächst einmal bin ich sehr gespannt auf meine Disziplin und meinen Ideenreichtum was die Artikel angeht. Mein Arbeitskollege Carsten hat auf der About This – Seite bereits kritisch gefragt was ich denn unter „regelmässig“ verstehe. Meine Antwort (frei zusammen gefasst): Wir werden mal sehen.

In jedem Fall könnt Ihr Euch schon auf die folgenden Themen freuen:

  • ARIS Express
    Mein absolutes Highlight, welches ich in diesem Jahr von der CeBit mitgebracht habe, ist ARIS Express. Dieses werde ich Euch vorstellen und hoffe damit endgültig Visio von Euren (und meinem) Rechner verbannen zu können.
  • CeBit – Rückblick: Das Standpersonal
    Die CeBit war in diesem Jahr in mehrerlei Hinsicht sehr interessant. Neben vielen spannenden Gesprächen, habe ich auch jede Menge „merkwürdiges“ Standpersonal getroffen. In einem Erfahrungsbericht möchte ich Euch diese Archetypen etwas näher bringen.
  • Atlassian User Group Hamburg
    Christian Dähn und ich haben im letzten Jahr die Atlassian User Group Hamburg gegründet. Derzeit sind wir dabei einen Gastartikel für den Atlassian-Blog zu schreiben. Dieses Vergnügen nehme ich zum Anlass, um an dieser Stelle das Eine oder Andere zu diesem Thema zu berichten.

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von Themen, die sich in meinem Kopf befinden und die nur darauf warten heraus gelassen zu werden. Hierzu gibt es allerdings erst mehr zu lesen, wenn ich es geschafft habe alles in Worte zu fassen.

Zu guter Letzt bleibt mir in diesem (ersten) Beitrag noch Euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen!
Selbstredend ist es, dass ich mich über jede Art von Kommentar freue.
Sei es zu den Themen direkt, zum Schreibstil oder zum Design dieses Blogs. Werdet los, was Ihr los werden möchtet!

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